In diesem Modul können historische und aktuelle Quellen zu antisemitischen Vorfällen untersucht werden. Die Quellenauswahl bildet unterschiedliche Perspektiven ab und lädt ein, sie kritisch zu erkunden: selbstständig, interaktiv und mit eigenen Fragestellungen. In Verbindung mit Vor-Ort-Workshops fördert das Modul sowohl kognitive als auch empathische Zugänge und macht die Auswirkungen antisemitischer Aussagen auf Betroffene sichtbar.
Eurovision Song Contest
Yuval Raphael tritt 2025 beim ESC für Israel an und wird im Netz zur Zielscheibe antisemitischer Angriffe.
Fragwürdige Karikatur
Eine SZ-Karikatur zu Facebooks WhatsApp-Übernahme 2014 zeigt Mark Zuckerberg als Krake und greift dabei auf antisemitische Motive zurück.
Streit um Entschädigungen
1985 fordern jüdische Zwangsarbeiter:innen Entschädigung. Ein Politiker wirft ihnen Profitgier vor und erhält Beifall.
„Man wollte nicht auffallen, man wollte irgendwie in der Menge verschwinden und hat das jüdische Leben bei jüdischen Freunden daheim gelebt oder eben in der Synagoge oder im Restaurant oder im jüdischen Jugendclub…“
Richard C. Schneider, Erinnerungen an 1970, 2022
Olympia-Attentat
Bei Olympia 1972 in München nehmen Mitglieder einer palästinensischen Terrororganisation 14 israelische Sportler als Geiseln. Elf von ihnen werden ermordet.
Antisemitische Justiz
Philipp Auerbach hilft als Staatsbediensteter NS-Opfern. Für angebliches Fehlverhalten im Amt wird er in einem antisemitischen Prozess 1952 zu Unrecht verurteilt und begeht Suizid.
„Die antisemitischen Ressentiments in der Bevölkerung bleiben uns nicht verborgen. Sie haben Hitler überlebt. Nur trauen sich jetzt die Deutschen unter den Augen der Alliierten nicht mehr.“
Abba Naor, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, 2014
Churchill als Krake
Die NS-Propaganda zeigt Churchill 1938 als Krake. Sie greift damit auf ein altes Symbol einer angeblichen jüdischen Weltherrschaft zurück.
Antisemitischer Wahlkampf
1924 zeigt ein Plakat einen gierigen Kapitalisten mit eindeutig antisemitischen Zügen: So werden „die Juden“ für die wirtschaftliche Not verantwortlich gemacht.
"Ich verstehe nicht sehr viel von Politik, aber ich sage immer: So hat es damals auch angefangen. Seid vorsichtig. Macht es nicht. Respektiert Menschen, das ist doch das Wesentliche."
Margot Friedländer, 2025
Projektmodule
„Quellen & Archiv“ ist eines von vier Modulen des Projekts „Memory Momentum“. Bis 2028 entstehen eine digitale Lernplattform und Vor-Ort-Workshops, die junge Menschen befähigen, Antisemitismus zu erkennen, zu benennen und ihm entgegenzutreten.